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Entwicklungsgespräche:

Oft bedeutet ein Entwicklungsgespräch eine unsichere Situation für Eltern und Erzieherinnen. Die Eltern machen sich Gedanken, ob ihr Kind irgendwie auffällig ist und die Erzieherinnen fragen sich, wie sie auch unschöne Dinge gut „verpacken“ können. Wenn man allerdings ein paar einfache Regeln beachtet, wird das Entwicklungsgespräch für beide Seiten das konstruktive Miteinander zum Wohl des Kindes fördern. Und genau das ist ja das Ziel.

  1. Die Entwicklungsgespräche müssen regelmäßig und bestenfalls in gleichen Abständen stattfinden. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen. Sinnvoll ist es beispielsweise, alljährlich zum Geburtstag des Kindes ein Entwicklungsgespräch einzuplanen. Manchmal sollte man auch auf halbjährlichen Rhythmus zugreifen.
  2. So wie sich die Pädagogen auf dieses Gespräch vorbereiten, sollten es auch die Eltern tun. Dafür ist ein Fragebogen hilfreich, in dem wichtige Impulse gegeben werden. So können auch die Eltern in Ruhe darüber nachdenken und fühlen sich nicht „ausgeliefert“
  3. Nicht mit der Tür ins Haus fallen. Jede pädagogische Fachkraft kennt es: Da ist ein Kind, das sich auffällig verhält. Es hat beispielsweise eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Man hat ein subjektives Bild vom Verhalten des Kindes, tauscht sich bestenfalls mit Kollegen aus und versucht dann, die gewonnenen Erkenntnisse an Eltern weiterzugeben. Doch: Wie geht man am besten vor?
  • Zuerst sollte man grundsätzlich IMMER eine positive Entwicklung des Kindes herausstellen. Das gibt Eltern die Sicherheit, dass der Blick der Erzieherin aufs Kind positiv ist.
  • Als nächstes ist es sinnvoll, die Eltern zu Wort kommen zu lassen und sie zu fragen, welche Entwicklungen ihres Kindes sie festgestellt haben. Manchmal sprechen die Eltern dann bereits das ernste Thema an.
  • Sofern es von den Eltern nicht angesprochen wird, kann nun der Einwand der Fachkraft kommen, dass den Erzieherinnen etwas aufgefallen ist. Dabei genügt es, ein bis zwei Beispiele zu nennen und dann die Eltern zu fragen, ob dieses Verhalten auch zu Hause auftritt.
  • Die meisten Eltern reagieren dankbar auf solche Hinweise, doch auch wenn jemand ungehalten reagiert, darf man als Gesprächspartner nie die Fassung verlieren. Als Erzieherin ist man der Profi, doch sollte man den Eltern immer auch zugestehen, dass sie die Bodyguards ihrer Kinder sind und diese zu verteidigen versuchen.
  • Mit gezielten Vorschlägen, wie ein Problem in den Griff zu bekommen ist bzw. wie man gemeinsam die Verhaltensweisen des Kindes verändern kann, sollte das Negative dann beendet werden.
  • Wichtig ist JETZT noch einen positiven Entwicklungsaspekt einzufügen. So gehen die Eltern positiv aus dem Gespräch, was für die weitere Zusammenarbeit enorm wichtig ist.
  • Während des Gesprächs liegt ein Protokollbogen auf, in den man gemeinsame Zielvereinbarungen hineinschreibt und stichpunktartig notiert, wer welche Aufgabe für die nächste Zeit übernimmt.
  • Sehr gut ist es auch, einen neuen Termin für einen kurzen Austausch über die erreichten Ziele festzulegen.
  • Am Ende des Gesprächs unterschreiben alle Anwesenden den Protokollbogen.
  • Der Bogen geht in Kopie an die Eltern und das Original sollte in der Rubrik Elterngespräche im Portfolio des Kindes abgeheftet werden.

Noch ein paar wichtige Tipps:

  • Leider passiert es immer wieder, das Eltern-Erziehergespräche eskalieren. Sofern man schon vorher weiß, dass Gespräche mit dem entsprechenden Elternteil schwierig sind, sollte eine Kollegin mit im Raum sein, die sich entweder aktiv am Gespräch beteiligt oder „einfach nur“ anwesend ist.
  • Umgekehrt kommt es auch häufig zu ausufernden Gesprächen, die sich mehr um private Dinge, als um die kindliche Entwicklung drehen. Hier gilt es, Professionalität zu wahren und sich nicht in abschweifende Themen einwickeln zu lassen und schon gar nicht, diese selbst zu beginnen.
  • Mit einem Zeitlimit von max. 45min zeigt man schon vor Beginn des Gespräches, dass es hier um wichtige Dinge und nicht den täglichen Kaffeeklatsch gehen soll. Mit entsprechender Konsequenz verstehen das auch die Eltern und erkennen die wertvolle Arbeit, die Erzieherinnen leisten auch entsprechend an.

Ein Waldwichtel für zuhause

Wer mit Kindern in der Natur unterwegs ist, kommt nicht umhin, immer wieder Sammlerstücke mitzunehmen. Wie wäre es, die Naturmaterialien zu nutzen, um einen Waldwichtel zu gestalten?

Was Sie brauchen:

  • Äste
  • Blätter
  • Gräser
  • Steine
  • Zapfen, Eicheln, Bucheckernhüllen, …
  • Wurstkordel
  • Schere
  • evtl. Schnitzmesser

 

Und so funktioniert es:

1.) Jedes Kind entscheidet selbst, wie sein Wichtel aussehen soll. Machen Sie keine Vorgaben.

2.) Mit der Wurstkordel werden die einzelnen Teile zusammengebunden. Im besten Fall ist ein kräftiger Ast oder ein Holzstück das Grundgerüst, das schließlich Haare bekommt, ein Gesicht und mit Blättern und Waldfrüchten verkleidet wird.

Wichtig ist, dass die Kinder erfahren, wie vielfältig der Einsatz von Naturmaterialien ist, dass sie sich bestens zum Basteln eignen und man „aus nichts“ tolle Ergebnisse erzielen kann. Wenn Sie den Kindern dann noch die Geschichte vom Waldwichtel erzählen, wollen sicherlich alle kleinen Künstler ihren Wichtel in ihrem Zimmer aufbewahren.

Die zugehörige Geschichte gibt es im nächsten Praxistipp 😉 Schauen Sie also wieder vorbei.

Kleine Künstler sind die Größten!

Kunst mit Rasierschaum geht nicht. Geht doch! Und ganz einfach. Hier können die kleinen Künstler richtig groß rauskommen.

Was Sie brauchen:

  • Folie zum Abdecken
  • Rasierschaum (ca. 1/2 Flasche pro Kind)
  • Marmorierfarben
  • Schaschlikspieße
  • Papier
  • Spatel

 

Und so funktioniert es:

1.) Legen Sie den Tisch mit Folie oder einer Wachstischdecke aus. (Achtung: Die Farben lassen sich nicht mehr entfernen!)

2.) Auf die Unterlage legen Sie Einwegmüllbeutel, die etwa die breite eines DIN A4 Papiers haben (30l Beutel)

3.) Lassen Sie das Kind den Rasierschaum schütteln und aus der Dose drücken. Der Schaum sollte etwa in der Größe eines DIN A4 Papiers und etwa 1cm dick auf den Beutel aufgetragen werden. Geben Sie Hilfestellung, wenn die Kinder sie brauchen.

4.) Das Kind tropft verschiedene Farben aus den kleinen Gläschen der Marmorierfarbe auf den Schaum. (Achten Sie beim Kauf auf Gläser mit Tropfdeckel – alternativ benötigen Sie Pipetten). Je mehr Farbtupfer auf dem Schaum aufgebracht sind, umso intensiver ist am Ende die Farbe auf dem Bild.

5.) Mit dem Schaschlikspieß zieht das Kind nun Kreise und abstrakte Formen. Fordern Sie es auf durch die Fabrtupfer zu streichen, dann gelingt es leicht.

6.) Wenn das Kind mit seiner Arbeit zufrieden ist, legen Sie ein Papier auf den Schaum, drücken es leicht an und ziehen es dann „in einem Rutsch“ wieder herunter.

7.) Mit einem Spatel wird der überschüssige Schaum entfernt und das Bild zum Trocknen gelegt.

Tipp: Dieses Projekt können Sie auch mit sehr jungen Kindern durchführen. Achten Sie darauf, dass die Kinder Malkittel tragen.

Was lernen die Kinder dabei?

Dieses kleine Kunstprojekt bietet eine Vielzahl von Lernchancen. Feinmotorik wird gefordert und gefördert. Vom Schütteln des Rasierschaums über das Herausdrücken des Schaumes über Auftropfen der Farben und malen mit dem Schaschlikspieß werden die Hände ständig gebraucht.

Zudem lernen die Kinder, dass man Materialien zu unterschiedlichen Zwecken einsetzen kann und außerdem macht es richtig viel Spaß, ein solches Kunstwerk zu erschaffen und mit Farben zu experimentieren.

Geben Sie den Kindern die Möglichkeit, sich auszuprobieren und auch ihre Ausdauer zu schulen, indem Sie mehrere Versuche möglich machen.